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Bella Italia

Ciao ciao,

nachdem ich mich längere Zeit nicht mehr gemeldet habe, möchte ich heute mal wieder ein bisschen von meinen Erlebnissen berichten. Naja, so richtig viel gibt es eigentlich gar nicht zu erzählen, deswegen werde ich heute versuchen, auch ein bisschen was über meine Eindrücke und Erfahrungen, die ich bisher sammeln konnte, zu schreiben.

Wie gesagt, was Besonderes habe ich in den letzten Wochen nicht unternommen, durch die Uni bin ich ziemlich eingespannt. Mittwochs gibt es in einer Bar (die ab 23 Uhr zur Disko wird) immer einen Aperitivo umsonst, was wir schon öfter mal ausgenutzt haben. Jede Woche ist ein anderes Land drin, dann gibt es immer landestypische Gerichte, Musik und eine Tanzaufführung. Ein Besuch lohnt sich also immer.
Vor zwei Wochen habe ich mit meiner spanischen Mitbewohnerin ein „kleines“ Dinner bei uns veranstaltet, wir wollten Pizza machen, Kartoffelsalat, Nudelsalat, gefüllte Blätterteigtaschen, und und und … Ich kann euch sagen, mit der Menge an Essen, die wir eingekauft haben, hätten wir ne ganze Armee versorgen können. Nachdem wir dann am nächsten Tag nochmal ne Freundin eingeladen haben und auch die restlichen Mitbewohnerinnen wieder eingetrudelt sind, ist das Essen dann glücklicherweise doch noch leer geworden
J
Letzten Freitag war ja bekanntlich Halloween, ich habe mich meiner englischen Mitbewohnerin, einer Freundin von ihr (die gerade zu Besuch war) und einer Freundin aus Frankreich zum Vorglühen getroffen, anschließend sind wir zum „Monsterland“, eine Disko, die etwas außerhalb von Mailand liegt. So eine riesige Disko habe ich noch nie gesehen, zweistöckig, mit 7 Bühnen, einfach unglaublich. Das einzige „Problem“ war, dass nachts keine U-Bahn mehr fährt und man sozusagen gezwungen ist, solange zu bleiben, bis früh um 6 Uhr die erste Bahn Richtung Stadt fährt. Entsprechend habe ich den ganzen Samstag auch nichts anderes gemacht, als zu schlafen, zu essen, einen Film zu schauen und mich danach gleich wieder ins Bett zu verabschieden. Die anderen Mädels sind abends gleich wieder ausgegangen, ich war dafür eindeutig zu erschöpft … Ich glaube, ich werde alt :D

Naja, die Uni … Von gar nichts verstehen, über es geht einigermaßen bis hin zu alles super ist quasi alles dabei. Eine Vorlesung habe ich vor zwei Wochen noch getauscht, weil ich wirklich gar nix verstanden habe, ich kam mir manchmal vor, als würde ich in nem Chinesischkurs sitzen … Dafür habe ich jetzt einen Kurs, in dem der Dozent so schnell redet, dass man das Gefühl hat, alles von Unterrichtsbeginn- bis Ende ist ein einziges Wort, jedoch habe ich das Glück, dass ich das Thema, wenn auch nicht ganz so ausführlich, in einem Kurs in Germersheim schon einmal gehört habe, sodass mir zumindest schon mal nicht alles komplett fremd ist. Was mich auch immer beruhigt, ist, dass die italienischen Studenten sagen, sie haben auch einige Verständnisprobleme. In den Übersetzungsübungen Italienisch-Deutsch komme ich ganz gut klar. Man könnte vielleicht denken, ich würde mich da langweilen, da ich Muttersprachlerin bin, aber so ist es dann doch nicht. Ich habe zwar den Vorteil, dass ich keine Grammatikfehler mache und meistens das richtige Wort für den italienischen Begriff finde, jedoch muss ich mich erstmal hinsetzen und versuchen, den italienischen Text zu verstehen, was für die Italiener natürlich kein Problem ist. So kommt es, dass auch ich oft noch Fehler mache oder den Sinn falsch wiedergebe … Aber es wird. Am zeitaufwändigsten ist für mich eindeutig die Übersetzungsübung Englisch- Italienisch. Manchmal verstehe ich nicht einmal den Ausgangstext, sodass ich wirklich jede Woche sehr viel Zeit mit den Texten verbringe. Ich gebe mir auch immer sehr viel Mühe mit meinen Übersetzungen, denn die Kurse sind sehr klein, wir sind immer höchstens 10 Leute, sodass die Dozenten immer jeden einzelnen fragen, was er denn geschrieben hat. Gerade ich werde wirklich ständig gefragt (ich bin in den Übersetzungsübungen die einzige Erasmus-Studentin), da die Dozenten sehen wollen, wie ich so klar komme, sodass ich natürlich immer mit guten Vorschlägen ankommen möchte. Aber ich möchte mich echt nicht beklagen, denn gerade durch die Übersetzungsübungen vergrößert man eben seinen Wortschatz und lernt neues, und dafür bin ich ja hier. Außerdem merke ich nur so, wo meine Fehler und Probleme liegen und kann mich dadurch verbessern.
Letzte Woche sollte ich spontan einen Absatz aus dem Englischen ins Italienische Stegreif übersetzen … Herzlichen Glückwunsch! Die Dozentin hat mir eben bei einigen Wörtern (bei manchen wusste ich noch nicht einmal genau, was die auf Deutsch heißen) und Grammatikproblemen geholfen, dann ging es schon … Und selbst wenn man Fehler macht, es wird einem ja nicht der Kopf abgerissen. Man muss sich ja auch mal vor Augen halten, dass ich erst im vergangenen Oktober angefangen habe, Italienisch zu lernen, und ich denke, dafür schlage ich mich gar nicht mal soo schlecht. Neulich saß ich in der Pause mit einer anderen Erasmus-Studentin in der Cafeteria, wir haben uns ein bisschen unterhalten, am Nachbartisch saßen ein paar Italienerinnen. Irgendwann schauen sie uns an, meinen, dass unser Italienisch echt gut ist und wollten wissen, seit wann wir schon Italienisch lernen. Wir meinten dann ein Jahr (bzw. das andere Mädchen zwei Jahre), da waren sie total erstaunt, was wir in der kurzen Zeit schon alles können. Sie haben uns dann erzählt, dass sie schon seit 5 Jahren Deutsch lernen und denken, sie wären nicht in der Lage, sich so zu unterhalten wie wir in Italienisch. Genauso wie vor kurzem nach der Übersetzungsübung ins Italienische zwei Mädels zu mir meinten, dass ich mich gar nicht mal so schlecht anstelle und sie eben auch Probleme haben. Über sowas freut man sich dann doch mal, wenn man am Tag zuvor noch völlig verzweifelt über den Hausaufgaben sitzt und sich fragt, warum man sich das eigentlich antut. Aber mir war ja von vorne herein klar, dass es für mich hier kein Zuckerschlecken wird und ich sehr viel tun muss … Ist halt doch anders wie damals in Kanada, wo ich während der gesamten Schulzeit Englisch gelernt habe, außerdem habe ich dort „nur“ gearbeitet und musste keine Klausuren schreiben. Da freut man sich dann schon, wenn man immer mal ein Kompliment über seine Sprachkenntnisse bekommt. Ich muss auch zugeben, dass ich selber merke, wie sich mein Italienisch langsam aber sicher verbessert, ich bin mittlerweile auch in der Lage, wirklich mal etwas zu erzählen und nicht mehr nur „Ich heiße Sarah, komme aus der Nähe von Nürnberg (ja ich weiß, eigentlich nicht direkt, aber das ist eben die nächstgrößere Stadt und einige kennen  noch nicht mal Nürnberg) und studiere in der Nähe von Karlsruhe Übersetzung für Deutsch, Englisch und Italienisch. Ich bin seit Ende September in Mailand und bleibe bis Juni.“, sondern kann auch mal ne richtige Unterhaltung führen, auch wenn es noch ein sehr langer Weg sein wird, bis ich wirklich mal fließend sprechen kann. Gerade wenn mich jemand was fragt, kommt es oft vor, dass ich mindestens einmal nachfragen muss, bis ich die Frage verstanden habe, aber in dieser Beziehung sind die Italiener sehr geduldig und erklären mit Hand und Fuß, wenn es sein muss. Hier gibt es sehr viele Leute, die deutsch studieren und im Gegenzug fragen sie mich dann manchmal nach nem Wort oder einer Grammatikregel. Manchmal stelle ich erschreckend fest, dass es wirklich so ist, dass man seine eigene Sprache nicht erklären kann und wie wenig man von seiner eigenen Grammatik doch weiß. Oft fragt zum Beispiel die Dozentin in der Übersetzungübung ins Deutsche, mit welchem Fall diese und jene Präposition steht und ich denke mir immer nur „oh Gott, ich habe keine Ahnung … Wie peinlich!“ :D Ah, noch zu den Sprachkenntnissen, natürlich frische ich hier auch mein Englisch ein bisschen auf, da wir uns doch öfter mal auf Englisch unterhalten, gerade wenn wir was mit den anderen Erasmusstudenten machen und, überraschenderweise, auch mein Französisch. Meine beiden Mitbewohnerinnen sprechen fließend Französisch und unterhalten sich oft mit dem Mädchen aus Frankreich in Französisch und auch die anderen Erasmusstudenten an meiner Uni reden, bis auf mich, alle Französisch. So kann ich es mittlerweile einigermaßen verstehen, gerade wenn ich weiß, um was es gerade geht, nur mit dem Reden hapert es halt leider … Aber irgendwann werde ich auf jeden Fall mal wieder einen Französischkurs machen.
Wo wir gerade noch bei der Sprache sind, mir (und auch den anderen) passiert es leider immer wieder, dass man beim Einkaufen direkt auf Englisch angesprochen wird, auch wenn auf Italienisch antwortet, weigern sich die Italiener, in ihre Muttersprache zu wechseln. Erst letzte Woche war ich unterwegs um mein Piercing wechseln zu lassen, da gehe ich in den Laden und erkläre auf Italienisch, was ich möchte, die erste Frage der Dame war, ob ich auch Englisch spreche und hat dann auch sofort ins Englische gewechselt … Ich denke, das liegt wohl daran, dass es in Mailand doch viele Touristen gibt und die Verkäufer denken, es ist einem lieber, wenn man in Englisch spricht, ich bleibe im Normalfall jedoch trotzdem bei Italienisch.

Wie ihr wahrscheinlich schon rauslesen könnt, habe ich mich hier sehr gut eingelebt und es geht mir sehr gut. Man muss sich freilich immer neuen Herausforderungen stellen, in der ersten Woche der Uni bin ich beispielsweise mindestens einmal am Tag ins Sekretariat gerannt, weil ich mein Klassenzimmer nicht gefunden habe. Natürlich kommt man sich da etwas blöd vor oder denkt sich „Na die werden sich auch ihren Teil denken, jetzt kommt die schon wieder.“, aber so ist es halt eben, und die Italiener sind wirklich total nett, hilfsbereit und geduldig. (Zumindest in dieser Hinsicht … Beim Autofahren schaut die Sache schon wieder anders aus) Ich bin also echt froh, dass ich hier her gekommen bin, man wird noch selbstständiger, da man komplett auf sich alleine gestellt ist und kein Weg daran vorbei führt, sich Problemen zu stellen, auch wenn es unangenehm ist (eben zum Beispiel jeden Tag ins Sekretariat zu rennen), aber man lernt immer neues und wächst mit seinen Herausforderungen.

Morgen werden wir mit unserem internationalen Essen beginnen: Die anderen Erasmus-Studenten und ich haben überlegt, dass wir uns einmal in der Woche treffen könnten und jeder etwas Landestypisches kocht. Morgen geht’s los, ich habe angeboten, anzufangen, da ich schon seit Wochen entschieden habe, was ich kochen werde. Schnitzel mit Kartoffelsalat. Ich freu mich schon sehr J Eine Playliste mit deutschen Liedern habe ich auch schon zusammengestellt, von Hubert von Goisern, S.T.S., Nena, Wolfgang Petry, und Wiesenfesthits über Ärzte, Tote Hosen bis hin zu Revolverheld und Silbermond ist wirklich alles dabei. Jetzt muss ich nur noch einkaufen gehen.

In diesem Sinne verabschiede ich mich jetzt auch. Ich wünsch einen schönen Start in die Woche und bis bald!

Saluti J

 

 

9.11.14 17:24
 


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